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Besondere Personen Ägyptens
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maherba




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BeitragVerfasst am: 06.04.2009, 21:31    Titel: Besondere Personen Ägyptens

Einer von ihnen ist Nagib Machfus . Er ist etwas ganz besonderes und fasziniert mich, seit ich zum ersten mal von ihm gelesen hatte.
Nagi hat mir das Cafe Rich(i)e gezeigt, in dem er sich sehr oft aufhielt und mit Gleichgesinnten traf.



Am liebsten wäre ich dort gebieben und hätte die Uhr für einige Zeit zurück gestellt, nur um ihn einmal wirklich zu sehen. ... Embarassed

Lest mal hier:

Jenseits der Pyramiden

Der Nobelpreisträger Nagib Machfus schrieb zu Lebzeiten vom Ägypten im Wandel, von der Re-Islamisierung und dem Sozialismus. Sein Roman "Karnak-Café" ist nun erstmals auf Deutsch erschienen.

Wer an Ägypten denkt, dem fallen meistens Pyramiden und Pharaonen ein, aber kaum Nagib Machfus, den ersten und bis heute einzigen arabischen Literaturnobelpreisträger. In Ägypten ist das anders: Der bürgerlichen Mittelschicht gilt Machfus, der 2006 im Alter von 94 Jahren gestorben ist, als Vater des ägyptischen Romans. Die Islamisten hingegen schmähen ihn, weil er sich unermüdlich für Demokratie, Freiheit und die Frauenrechte eingesetzt hat. Nur mit knapper Not überlebte er 1994 einen religiös motivierten Mordanschlag. Die vorislamische Pharaonenzeit dagegen ist für die Mehrheit der Ägypter, die religiös geprägt sind, uninteressant.

Der Züricher Unionsverlag, der das Gesamtwerk von Machfus auf Deutsch betreut, hat jetzt seinen 1971 fertiggestellten Roman Karnak-Café herausgegeben. Es ist ein Buch, das Machfus unmittelbar unter dem Eindruck der Niederlage Ägyptens im Sechstagekrieg 1967 geschrieben hat. Eine Niederlage gegen den Nachbarn Israel, deren Folgen bis heute den gesamten Nahen Osten prägen. Anhand des Schicksals einzelner Personen, ihrer Hoffnungen, ihrer Liebesbeziehungen und ihrer Freundschaften beschreibt Machfus lebendig die Atmosphäre im Ägypten jener Zeit.
......

Quelle und viel mehr
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Verfasst am:     Titel: Urlaubsangebote

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maherba




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BeitragVerfasst am: 07.04.2009, 14:16    Titel:

Nawal el Saadawi

Es gab schon vor ihrer Zeit bewundernswerte Frauen im Land am Nil, die für Rechte von Frauen kämpften - aber Nawal el Saadawi hat es mir besonders angetan. Ich kann gar nicht genau sagen warum, ggf. liegt ihre Faszination darin, weil sie die Erste war, deren Geschichte ich vor einigen Jahren recherchierte. Bei meiner Recherche über das Thema Prostitution "stolperte" ich über ihren Namen.

Die ägyptische Frauenrechtlerin Nawal el-Saadawi thematisierte als Erste die Prostitution im eigenen Land.

1931 in dem Dorf Kafr Tahla am Nil geboren, arbeitete sie u.a. als Hebamme und als Ärztin. Die promovierte Psychiaterin war von 1965 bis 1972 sogar Direktorin des Gesundheitsamtes. Heute ist sie UN-Beraterin. Die Veröffentlichung ihres Buches „Frauen und Sexualität“ war seinerzeit ein handfester Skandal. Sie musste ihren Stuhl räumen.
Anfang der achtziger Jahre wurde sie wegen ihrer Ansichten in der Regierungszeit von Sadat sogar inhaftiert. Unter Mubarak wurde sie zwar wieder auf freien Fuß gesetzt, hatte aber fortan unter Anfeindungen und Repressalien zu leiden.

Es erschienen u.a. folgende Bücher von Ihr:

"Gott stirbt am Nil“ und
„Ich spuck auf Euch" (1984),
"Männer und Sexualität" (1975),
"Erinnerungen aus den Frauengefängnis" (1984),
"Erinnerungen einer Ärztin" (1960)

Auch das Tabuthema INZEST brachte sie an die Öffentlichkeit. Ihre Erfahrungen verarbeitete Frau el Saadawi bis zum heutigen Tag in mehr als 30 Büchern, von denen in Ägypten aber nur eines erschienen ist, da die Regierung ihre Werke und Artikel seit über 30 Jahren verboten hat.

Diese, für mich bewundernswerte Frau kämpft immer noch gegen die Benachteiligung der Frauen u.a. in der Bildung. Besonders aber engagiert sich Frau el Saadawi (als Mädchen selbst Beschnitten) im Kampf gegen die immer noch, vor allem in ländlichen Gegenden weit verbreitete, grausame Beschneidung von Mädchen.

Seit August 1992 steht Frau Dr. el Saadawi auf der Todesliste religiöser Fanatiker. 2001 wollten konservative religiöse Kräfte sie von ihrem Mann "zwangsscheiden" lassen, diesen Kampf konnte sie für sich gewinnen. Dies Geschichte konnte man sogar in westlichen Zeitungen lesen.

Im Rückblick auf ihr Leben sagte sie: Meine Schwierigkeiten begannen an dem Tag, an dem ich zum erstenmal einen Kugelschreiben in die Hand nahm“. (Zitat von der Seite www.yallaev.de)

Noch etwas beweist, dass sie eine unglaubliche Frau ist: Dr. Nawal Saadawi erklärte 2004, sie werde bei den Präsidentschaftswahlen 2005 kandidieren, auch wenn sie keine Chance sehe, gewählt zu werden. Ihr gehe es vor allem darum, dass ägyptische Volk für eine Reformierung der Verfassung zu gewinnen. Die inzwischen 78-jährige Feministin ist die erste Frau, die bei einer Präsidentschaftswahl in Ägypten antreten wollte. Knapp drei Monate vor der Wahl, zog sie ihre Knadidatur wegen unfairer Wahlbedingungen wieder zurück.

Recherche-Info-Quellen aus dem www
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Rösti

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BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 08:46    Titel:

Hallo Maherba,

ich hätte da auch noch ein paar Kandidaten.
Wenn's aber nicht so recht in die Reihe passen sollte,
dann einfach wieder löschen.

KG
Rösti
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Rösti

Gast





BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 08:54    Titel:

Es ist zwar nicht mehr ganz aktuell, aber trotzdem erwähnenswert:

KULTUSMINISTERIUM-BW.DE - Pressemitteilungen 2007

Ibrahim Samak

Kultusminister Helmut Rau MdL übergab heute (5. Oktober) das Verdienstkreuz am Bande an Ibrahim Samak. Der Diplom-Ingenieur, 1939 im ägyptischen Luxor geboren, lebt heute in Esslingen. "Mit der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Ibrahim Samak wird eine Persönlichkeit geehrt, die beruflich wie ehrenamtlich viel für die deutsch-ägyptischen Beziehungen getan hat und sich für erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die deutsche Gesellschaft eingesetzt hat", sagte Minister Rau bei der Übergabe in Anwesenheit des ägyptischen Botschafters Mohamed Al-Orabi. Bundespräsident Horst Köhler hatte Ibrahim Samak das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 11. September 2007 verliehen.

Ibrahim Samak gehört als Diplom-Ingenieur und Unternehmensgründer zu den Pionieren der Solartechnologie und hat maßgeblich zum technologischen Fortschritt und der Forschung im Bereich der erneuerbaren Energien beigetragen. Seine berufliche Tätigkeit bildet die Brücke zu seinem ehrenamtlichen Engagement: Mit Hilfe der Photovoltaik hat Ibrahim in der ägyptischen Provinz Versorgungssysteme für die ländliche Bevölkerung aufgebaut, die Strom, Bewässerung und bakterienfreies Trinkwasser verfügbar machen.

Weiter geht es hier:

http://www.km-bw.de/servlet/PB/-s/h8ukvm98mi8i17umtns14mjjur11fa8d8/menu/1221053/index.html?ROOT=1075594&ARCHIV=1181761

Wenn man ihn googelt findet man jede Menge mehr...

Weiß jemand in welcher ägyptischen Provinz sein Hilfsprojekt war ?
Nähere Informationen würden mich sehr interessieren.
Dann am besten ein neues Thema eröffnen.

Gruß
Rösti
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maherba




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BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 08:55    Titel:

Hallo Rösti,

immer her damit. Very Happy Es gibt noch so viele. Wink

wie z.B

Ibrahim Abouleish dem Gründer der SEKEM-Initiative.

mehr dazu findet man HIER
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Mor'us el-Almani




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BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 13:32    Titel:

ja, Dr. Ibrahim... Wink
hat Bundesverdienstkreuz und den alternativen Nobelpreis als social entrepreneur bekommen...hat aber auch schon 3 Herzinfarkte hinter sich...aber baut topfit gerade als Krönung seines Lebenswerkes die Heliopolis University Cairo auf.

M
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maherba




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BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 17:08    Titel: Boutros Boutros Ghali

Boutros Boutros Ghali

Ihn bewunderte ich schon, da dachte ich nicht im Traum dran - mal nach Ägypten zu reisen. Shocked


Geboren als Mitglied einer Familie koptischer Christen, welche bereits einen ägyptischen Ministerpräsidenten (Boutros Ghali, 1846–1910) gestellt hatte, absolvierte Boutros-Ghali die Universität Kairo (Bachelor der Rechtswissenschaften 1946).

Er studierte Internationales Recht an der Sciences Po in Paris (1949 Doktorgrad).

Zwischen 1949 und 1977 war er Professor an der Universität von Kairo.

Er veröffentlichte mehr als 100 Artikel, mehrere Bücher und erhielt Ehrungen aus über 24 Ländern.

Quelle und mehr

Ein Gespräch..
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Rösti

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BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 19:47    Titel:

Ashraf Mansour

(Polymerphysiker)

November 2008:

Professor Ashraf Mansour, Gründer der German University in Cairo (GUC) und Ehrensenator der Universität Ulm, hat Ende Oktober das Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Der Botschafter in Ägypten, Bernd Erbel, nahm die Auszeichnung im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Garten der Botschaft am Nil vor. Unter den rund 300 Gästen aus Ägypten und Deutschland waren Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau, der Geschäftsführer des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Dr. Christian Bode und mehrere Repräsentanten der Universität Ulm. Botschafter Erbel bezeichnete Mansour in seiner Ansprache als eine "Gallionsfigur der deutschen Kultur in Ägypten" und die GUC als "Leuchtturm der deutsch-ägyptischen Beziehungen".

Professor Ashraf Mansour, an der Universität Ulm promovierter und habilitierter Physiker, hatte die GUC 2003 gegründet. Die Neugründung am Stadtrand Kairos unterstützt hatten neben den Partneruniversitäten Ulm und Stuttgart das baden-württembergische Wissenschaftsministerium, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der DAAD. Inzwischen studieren dort mehr als 6000 Nachwuchsakademiker, die in Ägypten wie im Ausland sehr begehrt sind. Allein in diesem Jahr weilten rund 250 Studenten und Mitarbeiter der GUC zu unterschiedlich langen Aufenthalten an der Universität Ulm. Zudem studieren hier bereits die ersten Bachelor-Absolventen aus Kairo in Masterprogrammen.

die Quelle: Kooperation International - eine Initiative des BMBF

http://www.kooperation-international.de/countries/themes/nc/info/detail/data/37375/



Ich hab auf einer Zugfahrt von München nach Ulm eine nette Gruppe von ägyptischen StudentInnen aus Kairo kennengelernt. Die waren so begeistert von Deutschland, auch von Toffifees, die gibt's am Automaten am Bahnhof, und die haben die ganzen Automaten "leergeräubert" Very Happy

Fast hätte jemand von denen in eine Automaten-Bifi gebissen, weil die so gut roch und er riesigen Hunger hatte; er hat sich aber noch rechtzeitig bei mir informiert, daß da Schweinefleisch drin ist Very Happy


Gruß
Rösti
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maherba




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BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 21:46    Titel:

Super - Danke Very Happy


Rösti hat Folgendes geschrieben:
.....auch von Toffifees, die gibt's ..............


Hallo Rösti,

was jetzt kommt passt nicht wirklich. Aber ich muss es schreiben.

Stimmt, die Leute vor Ort, sind oder waren verrückt nach Toffifee. Hatte immer welche im Koffer.

An einem "Ersten Abend im Land" kam ein Bekannter auf mich zu und sagte: Ich freu mich dich so gesund wieder zu sehen, wie geht es deiner Familie..........palaver ....palaver .. und fragte irgendwann ganz leise: hast du wieder die wunderbaren "Fiffifee`s" wieder mitgebracht?????

Zum Thema zurück: Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) e.V.
ist eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen
fördert die internationalen Beziehungen der deutschen Hochschulen mit dem Ausland durch den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern und durch internationale Programme und Projekte
unterhält ein weltweites Netzwerk von Büros, Dozenten und Alumnivereinigungen und bietet Informationen und Beratung vor Ort
ist eine Mittlerorganisation der Auswärtigen Kulturpolitik, der Hochschul- und Wissenschaftspolitik sowie der Entwicklungszusammenarbeit im Hochschulbereich.
Dort findet ihr ggf. auch die Möglichkeit zu einem Praktikum in Ägypten, schaut euch mal auf der Seite um: Klickt hier
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Rösti

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BeitragVerfasst am: 23.04.2009, 23:17    Titel:

Laughing
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maherba




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BeitragVerfasst am: 09.10.2009, 10:14    Titel: Zainab Al-Ghazali

Beim lesen des Heftchens „Ägypten verstehen“, ich las das Thema „Frauen kämpfen für ihre Rechte – Die islamische Frauenbewegung.

Im letzten Absatz wurde eine bemerkenswerte ägyptische Frau beschrieben, deren Namen ich bisher nicht kannte:

Zainab Al-Ghazali war eine konsequente Frau, sie ließ in ihren Ehevertrag das RECHT auf politische Betätigung festschreiben.

Das ließ mich neugierig werden, ich musste mehr wissen und folgendes kam dabei heraus.

Zainab Al-Ghazali wurde 1917 in eine Landwirtsfamilie in einem Dorf geboren.

1937, im alter von 20 J. gründete sie eine moslemische Verbindung von Frauen. Sie schuf die Grundlage für eine Organisation entsprechend islamischen Normen und Zwecke, für die Wohlfahrt, besonders für die Armen, Verwaisten und Unterprivilegierten.

Schon früh in ihrer Jugend, war sie ein aktives Mitglied einer ägyptisch feministischen Gruppierung (EFU), gegründet von Huda Sharawi 1923. Aber sie schlug einen anderen Feministischen Weg, als ihre bekannte Vorreiterin ein.

Zudem genoss sie eine pädagogische Ausbildung, zu einer Zeit als weibliche Ausbildung Rarität oder eher ein Tabu war. Sie bekam ihre Religionserziehung von hohen vorstehenden Gelehrten in der Al-Azhar Uni. Sie wurde vom Gründer der moslemischen Bruderschaft, Scheich Hassan Al-Banna beeinflusst und war fest der Ansicht, dass Religion und Politik sich nicht wiedersprechen. Sie war ein vehementer Verteidiger von Shari `ah und rasselte deshalb mit dem späteren Regime des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdul Naser zusammen.

Im Februar 1964 wurde ein Mordanschlag auf ihr Leben verübt. Am 20. August 1965, einem Freitag wurde sie durch das gleiche Regime verhaftet und für sechs Jahre eingesperrt. Man brachte sie mit einer Verschwörung, Nasser ermorden zu wollen, in Verbindung. Nasers Geheimpolizei, versuchte sie zu brechen. Jedes Mal wenn man sie nach grausamsten Folterungen ins Gefängniskrankenhaus gebracht wurde, um sie am Leben zu halten, damit sie ihre Folterung ausdehnen konnten, sagten die behandelnden Ärzte: Eine nochmalige Folter würde sie nicht überleben. Alhamdulillah, sie überlebte und wurde im August 1971 frei gelassen.

Bei vielen ist Zainab Al-Ghazali bis heute lebendig geblieben. Sie verstarb 88 Jährig am Mittwoch den 3. August 2005 in Kairo.
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Babutzi




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BeitragVerfasst am: 09.10.2009, 11:22    Titel:

Danke, maherba,

für die ausführliche Schilderung der bemerkenswerten Frau.
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maherba




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BeitragVerfasst am: 16.10.2009, 10:08    Titel: Umm Kuthum

Umm Kuthum - ausgesprochen Umm Kalsoum

Vor ein paar Jahren saß ich mal in einem Taxi, aus dessen Radio klang Musik, wie aus einem uralten Grammophon - ich fragte den Fahrer: Wer singt denn da?? Oh, was - die kennst du nicht?? Das ist Umm Kuthum.

Anschließend hab ich es beobachtet und dann immer wieder nachgefragt, mit dem Ergebniss: Den Namen Umm Kuthum kennt so gut wie jede/r und das nicht nur in Ägypten, sondern in der gesamten Arbischen Welt.

Umm K. war die jüngste von drei Kindern. Ihre Mutter war Hausfrau, ihr Vater Imam in der Dorfmoschee.
Mit etwa neun Jahren trug sie zum erstenmal religiöse Lieder in der Öffentlichkeit vor. Wenn sie mit ihrem Vater und Bruder in der Provinz unterwegs war, war sie als Junge (ver)kleidet, da Mädchen bei religiösen Festen nicht auftreten durften.
Ihr Können sprach sich schnell rum und die Anfragen wurden mehr.
Einige Jahre später ging sie gemeinsam mit ihrem Vater nach Kairo. Sie änderte ihren "Stil" und von da an nahm die Karriere ihren Lauf.


Man nannte sie auch den "singenden Stern des Orients" und ihre Lieder werden bis heute von Jung und Alt gehört. Ihre Texte hatten drei Themen: die Liebe von Mann und Frau, die islamische Religion und die ägyptische Nation.

1934, im Geburtsjahr meiner Mutti, sendete der ägyptische Rundfunk via Kurzwelle - erstmals Sendungen aus. Umm Kulthum war die erste arabische Sängerin, die öffentlich auftrat.
Danach hatte sie 30 Jahre lang einen festen Sendeplatz. Jeden ersten Donnerstag im Monat zog ihre Musik die Massen in allen arabischen Ländern in ihren Bann. Ihr Gesang löste so starke Emotionen aus, dass ihre ZuhörerInnen zeitweise sogar ihre Sorgen vergaßen.



Als ich im März 2009 in Kairo war, besuchten nagi und ich ein Cafe, das nach ihr benannt ist.



Bei einem Konzert Ende 1972 wurde sie mit Applaus empfangen, der sich eine gute halbe Stunde lang hinzog. Auch am Ende des Vorstellung rasten die Zuhörer.
Es war der letzte öffentliche Auftritt der begnadeten Sängerin, was sie damals jedoch nicht ahnte.

Als sie im Februar 1975 in Kairo verstarb, verfiel die arabische (Musik) Welt in tiefe Trauer. Zu ihrer Beerdigung versammelten sich soviele Menschen, wie noch zuvor in den Straßen Kairos. Tagelang wehten die Fahnen auf Halbmast.
In der Umar Makram Moschee erhielt sie ein Staatsbegräbnis, das sonst nur hohen Politikern zu teil wird. Auf dem Weg zu ihrer letzten Ruhestätte wurde der Sarg den "eigentlichen" Trägern abgenommen und mehrere Stunden, in zahlreichen Wendungen durch die dicht gedrängten Straßen Kairos gereicht.


Link

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BeitragVerfasst am: 10.12.2011, 14:51    Titel: Re: Besondere Personen Ägyptens

maherba hat Folgendes geschrieben:
Einer von ihnen ist Nagib Machfus . Er ist etwas ganz besonderes und fasziniert mich, seit ich zum ersten mal von ihm gelesen hatte.


Der Seismograf Ägyptens
Zum hundertsten Geburtstag des Schriftstellers Nagib Machfus


Er war der erste Literaturnobelpreisträger der arabischen Welt und ist bis heute der einzige geblieben: der grosse ägyptische Erzähler und Romancier Nagib Machfus, dessen Biografie fast ein Jahrhundert überspannte, der aber das heimatliche Kairo kaum je verliess. ... Quelle und weiterlesen
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BeitragVerfasst am: 20.05.2012, 20:41    Titel:

Eine der berühmtesrten Sängerinnen der Arabischen Welt sagte einmal:

Ich werde singen bis zum letzten Atemzug

Vergangene Woche ist Warda al-Dschasairija (Warda Al-Jazairia) in Kairo verstorben.
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