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Trip nach Kairo - von Hurghada und zurück - 06.-08.12.2012

 
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hurghada2004




Anmeldedatum: 11.01.2011
Beiträge: 81

BeitragVerfasst am: 15.12.2012, 13:38    Titel: Trip nach Kairo - von Hurghada und zurück - 06.-08.12.2012

Smile Hallo an alle + unseren Reiseführer - Nagi -

heute vor einer Woche - am Samstag, 08.12. - habe ich unserem Reiseführer Nagi versprochen, meine Eindrücke unseres 2-Tages-Trips hier einzustellen. Dies tue ich gern, denn: Versprechen pflege ich zu halten. - Zusatzinfo: dies war für mich nicht das erste Mal, dass ich Nagi als kundigen Reiseführer gebucht habe. Da diesmal meine Freundin, die erstmals Ägypten besuchte, dabei war, wollte ich halt einen Einheimischen als Führer für uns buchen - Gesagt - getan - und nachstehend nun mein Beitrag:

Urlaubs-Ortswechsel - Donnerstagabend, 06.12., bis Freitagabend, 07.12.2012 - - - - Hurghada – Kairo:

Viele in diesem Forum sprachen (gutgemeinte) Warnungen aus oder machten auch klare Ansagen, die gegen einen Bustrip von Hurghada nach Kairo in diesen Tagen – besonders zum Wochenende waren. Wie beschrieben, lasen wir die Reisehinweise unseres Botschafters gründlich. Da wir unsere Bustickets hatten, entschlossen wir uns - nach einem Anruf bei unserem Reiseführer in Kairo -, zu fahren. Außer den üblichen abendlichen Menschenansammlungen am Tahrir bzw. vor dem Präsidentenpalast gäbe es keine zusätzlichen Probleme.

Wir blieben nachmittags wie üblich bei Cello in der "Caribbean Bar" im Bella Vista Hotel in HRG – wechselten am Abend in meine Lieblingskneipe in Dahar – und damit nahe an der Go-Bus-Haltestelle. 23.30 h Aufbruch – rein ins Taxi, mit einem Fahrer (Nr. wissen wir!) am Steuer, der, so schien's, nicht nur nix wusste und das auch noch recht viel. Wir gaben ihm eine klare Info, wohin wir wollten – s.oben. Ein guter Freund hatte uns nochmals gesagt, nahe des Soukhs bzw. in der Nähe des Green-Market-Supermarktes, am Triton Empire vorbei. Ja-ja, war seine Bemerkung, ... wir wiederholten unseren Zielwunsch mehrfach, natürlich in Englisch und nannten o.a. Orientierungshilfen. Nee, der Gute fuhr uns über den HRG Sports Club hinaus. Es war 10 Min. vor Busabfahrt – und wir hatten keine Ahnung, w i e wir diese verflixte Haltestelle vor Abfahrt erreichen sollten. Idee meiner Freundin: Ruf einen gemeinsamen Freund an, der mit diesem Büro nach Kairo wollte.
Dieser verklickerte dann mühsam seinen Fahrer, dass der mit unserem Unglücksfahrer klären sollte, wie wir zum Bus kommen. Zum Glück – 6 Min. vor Abfahrt stiegen wir drei ein. Wir hatten jeder 2 Plätze für uns – schön und angenehm bei einer Nachtfahrt von fast 500 km.

Nach einer 50-Min.-Pause auf halber Strecke waren wir 06.00 h am Freitagmorgen in Nasr City-Kairo. Unser Reiseführer hatte aus meiner Mail gelesen – Ankunft ca. 06.30 h, so telefonierten wir mit ihm. Er holte uns um 07.00 h ab und brachte uns in sein Apartment in El Obour City, einer neuen Siedlung im Südosten von Kairo. Diese wurde vor ca. 30 Jahren begonnen, mit aller Infrastruktur und hat inzwischen ca. 40.000 Einwohner.

Auf diesem Wege machte er für uns Umwege – 1. direkt zum Präsidentenpalast von Mursi: ein Panzerspähwagen mit einigen jungen Palastgarden oben drauf sowie wenige Polizisten, die in der Nähe standen, sonst NIX. Natürlich eine Absperrung vor dem Palast, jedoch keine Panzersperren oder Panzer oder militärischer Massenauftrieb. -
Weiterhin ging es durch die Stadt in Richtung Tahrir – vorbei am Ägyptischen Museum, auch hier normaler Sonntagsverkehr der Kairener. Lediglich direkt am Zugang zum Platz sahen wir rot-weiße Absperrgitter und eine Art Ordner, damit niemand gefährdet wurde. Polizisten einige wenige, Militär für uns nicht erkennbar im Rund des Tahrir.

Wir fuhren weiter in Richtung Giza, weil meine Freundin die Pyramiden sehen wollte. Auch hier direkt vor dem Kartenschalter ein großer Auflauf ---- allerdings von Touristen, die Eintrittskarten kaufen wollten bzw. von den jungen Leuten dort angesprochen wurden, eine Kutschenfahrt oder einen Kamelritt zu buchen. Da ich dies hinreichend kenne, „deponierte“ mich unser Reiseführer bei einem der leitenden Supervisor, der für das gesamte Eintritts-Procedere zuständig ist. So saß ich im Schatten, hörte Musik und langweilte mich in keinster Weise, bis meine beiden von ihrer Ausflugstour von den Pyramiden zurückkamen. - Wiederum: keine Polizei, entweder waren diese in den neu erschlossenen Gräbern verschütt gegangen, oder: sie waren einfach nicht da!

Danach fuhren wir zu dem Stadttor Bab-El-Futouh und gingen durch das Islamische Viertel mit den alten Moscheen und Minaretten, eine davon genau 1.000 Jahre alt, wunderschön mit Steinornamenten und Schriftzügen in Arabisch. - Zum zweiten Male hatte ich, meine Freundin erstmalig, die Gelegenheit, eine perfekte Fischmahlzeit in einem kleinen örtlichen Restaurant einzunehmen – ein absoluter Geheimtip –, wir genossen ein lokales Essen mit Tahina, frischem Salat, eine Art Rucola-Blätter mit Zitronensaft, einen Dip, dessen Namen ich nicht mehr weiß, u n d für uns drei je einen so großartigen Fisch namens „Baramunda“ mit Naturreis. Der Fisch ist sehr zart, hat jedoch große Seiten- und Mittelgräte(n). Schält man diese gekonnt heraus, genießt man/frau diesen Edelfisch noch mehr.

Anschließend, nach einem echten ägyptischen Kaffee aus kleinen Tassen, nach Kardamom duftend und mit viiiiel Zucker, schlenderten wir drei weiter durch das Gewusel im Khan-el-Khalili-Bazar. Wir gingen durch immer enger werdende Gassen, bis wir endlich zu unserem Treffen mit einem jungen Rechtsanwalt aus Kairo, den ich über Facebook kennenlernte, um 17.00 h im „El-Fishawy-Café“ eintrafen. Diese jahrzehntelang bekannte Institution kann ich nur empfehlen: wir bestellten Limonensaft mit viel Zucker, köstlich nach unserem mehr als opulenten Fischessen. Dies verteilte die schätzungsweise 5.000 Kalorien ein wenig im Magen – angenehm. Wir blieben fast 2 Stunden mit Ahmed, unserem neuen Bekannten, dort. Es ist eine absolut wuselige Atmosphäre in diesem Café – man sitzt teilweise direkt im Gang des Bazars. Dufteindrücke wechseln sich mit mehr oder weniger aufdringlichen Verkäufern sämtlicher Souvenirarten ab. Trotzdem genossen wir diese Zeit. - An dieser Stelle nochmals ein Danke an Ahmed, der meiner Freundin und mir zwei farbenprächtige Papyrusdrucke als Geschenk übergab!

Nach diesen Erlebnissen waren wir alle froh, nach dem Abschied von Ahmed, der sehr herzlich ausfiel, ins Apartment zurückzukehren. Kurz Katzenwäsche, meine Freundin hat sich hingelegt, und ich sitze hier mit dicken Augen, weil ich letzte Nacht nicht geschlafen habe und ich nun einfach kaputt und müde bin. Also verschiebe ich die Einstellung dieser Urlaubsinformationen auf später. Schlaft alle gut – mit dem Hinweis von uns: W i r haben keinerlei Einschränkungen gesehen, gespürt oder gefährliche Situationen mitgemacht – außer den stets vorhandenen verrückten Verkehrssituationen...

Fazit: Gäste, die gern Kairo besuchen möchten, können dies jederzeit tun, die Presse zeigt Bilder, die manchmal zwischen Realität und Vorstellung nicht so recht unterscheiden. Und – TV, Printmedien bzw. Radio wollen Aktuelles berichten. Das ist wichtig – doch nur Reports am Abend oder nachts zu drehen, wenn die Dramatik im Dunkeln steigt.... nun ja. Tagsüber können die meisten Demonstranten dies meist nicht tun, da auch sie ….arbeiten.

Kairo – 2 Tag: Samstag, 08. Dezember 2012

Kleine Morgenwäsche – kurzes Frühstück – Zusammenpacken unserer Sachen – um 10.00 Uhr Abholung durch unseren Reiseführer. Erneute eine fast 1stündige Fahrt durch das morgendliche Verkehrsgewusel von Kairo – quer vom Südosten/El Obour in Richtung City.
Auch heute nochmal Vorbeifahrt am Regierungspalast, heute noch weniger Militär oder Polizei und kein einziges Militär- oder Polizeifahrzeug, dies ca. um 11.00 h morgens.... - - -
Heliopolis, und weiter ins Koptische Viertel. Ich sitze nun direkt hinter dem Eingang in diesem Stadtviertel in einem kleinen Café „Family Restaurant“, zwar hat es kein Internet, doch es sitzt sich hier hübsch – drinnen wie draußen – und die Bedienung ist persönlich und freundlich. Der ägyptische Kaffee mit Kardamom und Zucker war ebenso gut wie der gestrige im „Resturant Fish“ (Achtung: original so gesehen über der Tür). Nach Rückkehr der beiden tauschenwir uns aus. - Objektiv gesehen, MANN kennt die Preise, Endrechnung nicht zu günstig – die nette Umgebung macht's wett..........
Danach wieder Fahrt von Old Cairo, an der Zitadelle auf Mokkatam vorbei, runter in die Stadt zur Sultan-Hassan-Moschee (gebaut Mitte des 14. J.) und der daneben stehenden Moschee (ich meine: Al-Rafiq-Moschee). Hier liegen der letzte ägyptische König Faruk und der Shah von Persien begraben. Anwar El Sadat hatte nach dem Tod des Shahs für eine würdige Bestattung 1980/81 gesorgt und vorher zu Lebzeiten Asyl für die Shah-Familie gewährt. - Achtung: diese Info stammen aus meinem Fundus und entstammen nicht dem Internet!

In der Sultan-Hassan-Moschee sahen wir wunderschöne Mosaik-Intarsien auf dem Boden, an den Wänden und in den Kuppeln. Hier sind aus früheren Zeiten ein Krankenhaus bzw. eine „Madrassa“ = Koranschule zu finden.

Nach dieser erneuten Bildungsballung meldeten sich unsere körperlichen Bedürfnisse.... nee, nicht die, sondern DIE eines knurrenden Magens. Also rein ins Auto und direkt nach CC = Cairo City. Dort folgten wir unserem Reiseführer durch viele Straßen mit Geschäften und kleinen Restaurants. In einem typischen kleinen Restaurant, in dem fast nur Einheimische saßen, bestellten wir Gegrilltes und mehr. Abschluss später für mich wieder ein „Ahwa wua sucr“ = ägyptischer Kaffee mit Zucker + Kardamom, köstlich!

Später Nachmittag, und auch heute – Samstag – Rush-hour mit Benzinschwaden vom Feinsten durch das geöffnete Autofenster, zurück zur Haltestelle von Go-Bus. Hier sitzen wir
beiden Damen nun und harren der Abfahrt zurück in unser Zuhause auf Zeit bei Anne + Georg, unseren Gastgebern. Es ist jetzt 19.10 Uhr, und etwa 21.00 Uhr überbrücken wir die Zeit in einem ägyptischen Café. Hier ist wirklich alles einheimisch, das heißt, kein WLAN, keine Speisekarte in Arabisch + Englisch..... und auch keine Bedienung, die nur ansatzweise
Englisch versteht, geschweige denn spricht! Trotzdem verstehen wir uns alle – im TV laufen gerade wieder Berichte vom Tahrir, wie allabendlich, dramatisch wirkend durch die abendliche Beleuchtung, u.a. auch aufgenommen von der Qasr-El-Nil-Brücke, die direkt zum Tahrir führt.

So, jetzt beende ich erst mal mein Sammelsurium an Urlaubs-Erinnerungen. Falls noch etwas hinzukommt, hat der/die Leser/in, der/die sich bis hierher durchgelesen haben.... ja, 100 Punkte!

Sollte der Wunsch bestehen, diese oder eine ähnliche Tour für Kairo zu buchen, so könnt Ihr Euch hier gern an Nagi direkt wenden: www.kairo-in.de

Für heute - herzliche Grüße zum 3. Advent und eine frohe Weihnachtszeit -

hurghada2004 Laughing
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Ich bin ich - glücklich, dass ich seit 30 Jahren die Welt - einschl. Ägypten jetzt 50mal - erkunden durfte und immer noch dazu lerne - durch Menschen anderer Nationalität - Kultur - Religion ...
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Verfasst am:     Titel: Urlaubsangebote

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nagi




Anmeldedatum: 29.06.2008
Beiträge: 1867

BeitragVerfasst am: 17.12.2012, 16:02    Titel:

Hallo liebe hurghada2004,

vielen Dank für den tollen, ausführlichen und lehrreichen Reisebericht.

Ja, das Leben geht in Ägypten, wohl auch mitten in Kairo, sogar am Tahrir, und am Präsidentenpalast normal weiter.

Warum manche das schöne Bild der politischen Auseinandersetzung in Ägypten absichtlich hässlich wieder geben, verstehe ich nicht.

Warum sie das politische Leben in Ägypten unbedingt mit Gewalt verbinden möchten, dies sich auch scheinbar wünschen, ist für mich unmenschlich wie unerklärlich zugleich.

Warum denken manche, dass es in Ägypten der Bürgerkrieg voll im Gange sei, und auch anderen damit zu überzeugen versuchen, verstehe ich auch nicht.

Erzähle ich aber, dass dieses falsche Bild der Wahrheit auf keiner Weise entspricht, wollen die, die absichtlich Falsches rüber bringen, mir natürlich keine Glaubwürdigkeit schenken.

Ich danke dir für dein Bericht nochmals. Mir bricht es das Herz, wenn Medien, Berichterstatter oder sogar normale Leute Unwahrheiten übers schöne Land verbreiten.

Von vielen Deutschen bekam ich zu hören, wie man den Eindruck erfährt, dass in Ägypten der Bürgerkrieg einbricht, wenn man die deutschen Medien beachtet.

Eine Delegation von deutschen Geschäftsleuten habe ich Anfang Dezember für 3 Tage durch Kairo und bei Geschäftsgesprächen geführt, darunter auch ein CDU-Politiker. Ich möchte euch nicht erzählen, was sie gesagt haben, warum die deutschen Medien solches Bild über Ägypten übertragen, weil es ein Mal vertraulich ist, und dazu erschreckend.

Gott beschütze uns, Gott beschütze Ägypten und seine armen Menschen, die viel Besseres verdient haben, und auch für ein besseres Leben kämpfen, und dafür auch jede Menge Opfer bringen.

Gruß
Nagi
_________________
wir konzentrieren uns auf gemeinsamkeiten, und entschuldigen uns gegenseitig für verschiedenheiten. Nagi. www.kairo-in.de
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Thema: Trip nach Kairo - von Hurghada und zurück - 06.-08.12.2012