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Littleburni

Anmeldedatum: 25.10.2011 Beiträge: 1442 Wohnort: Bei Alfeld im Wald
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Ich bin mir gerade unsicher und stelle mir die Gewissensfrage. Daher dachte ich mir, ich frag mal die geschätzten Teilnehmer des Forums nach ihrer Auffassung.
Wenn wir weiterhin nach Ägypten reisen, unterstützen wir damit wirklich die Bevölkerung? Also die Hotelangestellten, Souvenirverkäufer, Reiseführer etc. Oder unterstützen wir damit in erster Linie die Militärdiktatur, die sich durch unser kommen weiterhin dahin bestärkt sieht, alles richtig zu machen und groß abkassiert?
Was meint Ihr? Kann man wirklich noch guten Gewissens nach Ägypten reisen, nach dem, was man täglich so alles erfährt? Oder sollten wir das ausblenden, weil es uns sowieso nichts angeht und einfach den Urlaub in der Sonne geniessen? _________________ Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind (Kurt Tucholsky) |
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Aegypten Urlauber
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flori
Anmeldedatum: 04.06.2009 Beiträge: 1961 Wohnort: im schönen Schwabenland
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Badetourismus :
Der Tourismus unterstützt Ägypten nur , wenn die Touris auch AUSSERHALB der Hotels sich aufhalten und Souvenierläden, Händler oder Kleingewerbetreibenden ein wenig mit einem Kauf unterstützen.
Der Billig-AI Tourismus hilft da nicht weiter , denn die Reisen werden bereits am Buchungsort bezahlt und nicht oder selten vor Ort, viele verlassen das Hotel kaum oder gar nicht , somit auch keine Unterstützung der Einheimischen .
Individualtourismus:
Hier wird Das Volk schon eher unterstützt , denn man beötigt oftmals kleinere Hilfen wie z.b .Guides , Taxis , Wächter , Sicherheitspersonal oder den einfachen Informanten, dem man gerne auch mal dankend ein kleines Bakschisch zuschiebt.
Pauschaltourismus:
Gebuchte und bei Anbieter bereits bezahlte Reisen sind selten eine Unterstützung des Volkes, da geführte und organisierte Touren in Gruppen
meist durch die Reiseführer des Organisators zu "speziellen " Händlern mit eigener Profiterwartung führen (Teppichschule, Parfümerie, Alabasterfabrik, Papyrusinstitut ) .Zudem sind Touren , Transfers und Visa meist überteuert.
Die Militärdiktatur sieht im Tourist ein zahlendes Faktotum und somit indirekten Unterstützer der derzeit führenden Regierung, wobei ein Eigennutz und Anteilsprofit stets immer dabei ist ( ist aber auf der ganzen Welt so )
Der Tourist allgemein will eben nur seinen urlaub geniessen, und zwar auf die Art wie er es sich vorstellt, denn er erwartet ja für sein Geld eine gewisse Dienstleistung, wobei ich aber die Ausnutzung der arbeitswilligen Menschen dort miteinbeziehe, die auch beim Billig AI ausgenutzt werden, nach dem Motto , wenn du nicht willst - draussen warten schon zig andere auf deinen Job , eine Mindestlohnregelung bzw. deren Kontrolle gibt es nicht.
Wer also arbeiten will und/oder muss, der muss auch das liderlichste Angebot annehmen, wofür bei uns sicherlich einige noch nicht mal ihren faulen Hartz IV A...h hochbekommen.
Fazit : besucht weiterhin das Land, vergewissert euch dass das wo ihr hin wollt oder was ihr tun wollt legal und sicher ist, informiert euch vorab über die Sicherheitslage und den momentanen Zustand des Ortes wo ihr hinwollt,
aber eben auch über die Gepflogenheiten und Sitten des Landes und beachtet dies , dann hat mit Sicherheit jeder einen schönen Urlaub.
Für alterprobte Ägyptenreisende dürfte dies alles nichts neues sein und dennoch wird sich in der derzeitigen teilweise örtlichen und etwas unsicheren
Lage ständig was anders und neu sein, verboten , geschlossen , nicht erreichbar usw sind schon immer ein kleines Risiko gewesen und werden es auch immer bleiben , was man nicht negativ sonder als kleines Abenteuer mit Open End ansehen sollte.
Wer einfach nur nen schönen ruhigen Urlaub haben will und alles was drumrum geschieht ausblenden will, wird sich wohl auf einen AI - Urlaub festlegen müssen
Ägyptenneulinge sollten sich gut informieren, dazu gibt es genügend sehr gute Foren, u.a. dieses hier - FLO _________________ privater Travel - Agent für antike Stätten in Ägypten |
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Littleburni

Anmeldedatum: 25.10.2011 Beiträge: 1442 Wohnort: Bei Alfeld im Wald
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Hier noch ein interessanter Artikel zu den Bemühungen Ägyptens um die Touristen.
Kampf um den Tourismus
Zu Floris Ausführungen zu den Hintergründen ist kaum etwas hinzuzufügen. Aber wie sehen das andere? Wenn man weiß, was das Miltitär, die Polizei und die Justiz derzeit in Ägypten anrichten. Das Tausende doch wohl zumeist unschuldige und auch Minderjährige in Gefängnissen vegetieren, die jeder Beschreibung spotten. Die Willkür, die Folterungen, die Unterdrückung jeglicher Freiheit im demokratischen Sinne. Und dann kommen wir und machen dort Urlaub. Bekommt man da nicht ein merkwürdiges Gefühl? _________________ Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind (Kurt Tucholsky) |
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Krystyna
Anmeldedatum: 27.06.2012 Beiträge: 131 Wohnort: Berlin
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Es war schon immer so in Ägypten oder war Mubarak etwas ein Demokrat?
Vielen ging es nicht so gut aber was dann passierte, machte die Menschen noch ärmer. Besser eine schlecht bezahlte Arbeit als gar keine... so der Tenor.
Mich hat es schon immer gestört, dass die Jungs in den Hotels 12 Stunden arbeiten und ein Lohn haben von etwa 50 Euro.
Jetzt ist einiges noch teurer geworden (Wohnung, Strom, Benzin usw) doch der Lohn ist weiterhin niedrig.
Zu sagen: Ich will nicht mehr das Regime unterstützen und mache woanders Urlaub ist legitim aber eines Ägypten-Liebhabers nicht würdig.
Solange die Ägypter sagen... es ist besser so als ein Krieg wie in Syrien, dann muss man das akzeptieren.
Demokratie kann man nicht essen... hat man so oft gehört und da ist was wahres dran. Die Ägypter sind müde geworden zu rebellieren, weil sie gesehen haben, dass es nicht gebracht hat.
LG Krystyna _________________ Eigener Wortlaut KK |
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flori
Anmeldedatum: 04.06.2009 Beiträge: 1961 Wohnort: im schönen Schwabenland
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sie sind nicht müde geworden - sie sind inanziell und materiell ausgepowert, da geht nach unten fast nix mehr - der trend heist : aufwärts !! aber wie und womit, das wissen die meisten eben noch nicht , sie müssen es nicht nur erlernen sondern auch verstehen wie sowas geht - nach oben / aufwärts.
Und das ist ein schwieriger Weg, den u.a. auch eine Demokratie weisen kann. Nein - nicht nach westlichem Vorbild ( das funktioniert dort nicht , denn der teilweise strenge Glaube macht die Sache zu kompliziert ) sondern auf eigenem neuerkundetem Weg, der Land und Leuten die Richtung weist, lernen die vorhandenen Mittel, Möglichkeiten , Materialien und Kulturgüter einzusetzen ohne dass Menschen dabei missbraucht werden und ausgenutzt.
Es gäbe noch viele details aufzuführen zu Pro und Kontra - aber das wäre hier zuviel.
LB - es gibt viele andere Länder wo Chaos im Hintergrund herrscht ( u.a. Dom. Rep / Haiti / Jamaika / Zentral afrika u.v.a.) und dennoch finden sich auch dort Urlauber !! - das ganze ist eine reine Charakteristische Einstellung zur Sach e und dem Land das man besuchen will , und die ist eben bei jedem anders geprägt. FLO _________________ privater Travel - Agent für antike Stätten in Ägypten |
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Krystyna
Anmeldedatum: 27.06.2012 Beiträge: 131 Wohnort: Berlin
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Genau so ist es wie flori es beschreibt... wir können in Hinsicht auf Ägypten nicht unsere Maßstäbe setzen. Dort würde eine Veränderung der politischen Strukturen sehr lange dauern und das kann der einfache Bürge nicht verstehen und nicht tragen. Viele schauen nicht gerne über den Tellerrand, sind nur froh wenn der Teller überhaupt gefüllt ist.
Ich hoffe sehr, dass man wieder zu gewissen Freiheiten zurückkehrt... somit erreicht man auch Achtung und nicht die Macht durch Verfolgung, Folter und Rechtlosigkeit demonstriert. Krystyna _________________ Eigener Wortlaut KK |
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Nik
Anmeldedatum: 17.11.2011 Beiträge: 53
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Wem nützt der Tourismus?
Die ganze Menschheitsgeschichte ist eine Massenwanderung. Isolierte Völker gibt es schon lange nicht mehr! Nur die Beweggründe zu Reisen sind verschieden und haben sich historisch geändert. Reisen nützt also schon immer der Menschheit, um voneinander zu Lernen und Ängste vor dem unbekannten zu überwinden und neue Sichtweisen zu erkennen etc. Diese Ängste führten die Menschen erstmals irgendwohin. Der Beweggrund war meist materieller Natur. Weshalb man die unbekannten Menschen zuerst mal unterdrückt und entmenschlicht hat (Kolonialisiert) historisch gesehen.
Unberechenbares und Neues ist nun mal zuerst beängstigend und von einer komischen Art. Bis man das verbindende menschliche erkennt und wertschätzt. Diese Furcht und Angst ist heute noch weit verbreitet und herrscht immer noch im Massenbewusstsein der Menschheit. Die Ängste vor dem Mensch zu verlieren, ist das befreiende. Nur blöd, dass vielen Menschen, andere Dinge immer noch viel wichtiger scheinen. Viele sind Bestimmt durch ein System, das durch diese Ängste (Moderne Zivilisation) entstanden ist und weiter besteht. Es erinnert mich an das Konsumieren in der Westlichen Gesellschaft. Man sucht das Unbekannte was einem einen Vorteil verspricht und reist von Geschäft zu Geschäft und Kolonialisiert auf eine Art die Dinge darin indem man es nach Hause nimmt.
Das wirklich menschliche hat das Massenbewusstsein noch nicht erreicht. Es ist in so einem System noch nicht mal möglich. Da der Mensch nicht im Mittelpunkt des Systems steht. Das gibt einem zu denken, nicht Wahr?
Kommt das vielleicht daher, dass manche glauben das wir Touristen auf diesem Planeten sind? Also ist deine frage "Wem nützt der Mensch?" nicht wahr?
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