Aber Andy, ich kritisiere Ägypten hier wie keine andere, das weißt du doch, oder. Fast alles, was ich schreibe hat mit Politik und Misstände in Ägypten zu tun, was heißt denn hier mein Land. Lese doch bitte nach Mensch. Mein Land ist auch Deutschland, Amerika, Irland und sonst was, also. Egal wo was unbedingt darauf hinzuweisen gibt, tut man doch.
Aber wir bleiben beim Thema:
Es existieren christliche Fundamentalisten in der USA und in Europa, die tatsächlich Pläne für einen großen, vernichtenden Krieg zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen und Religionszugehörigkeiten schmieden. Man soll wirklich wach bleiben mit der Hetzereien. Die Religion als Vorwand für Politik, Macht und Beherrschung anderen auszunutzen, war schon immer eine alte Masche. Es bringt nur Unheil auf die Menschen. Davon hat selbst Europa Jahrhunderte lang gelitten.
Also, lassen wir das lieber, und lass die Kopten für sich selbst sprechen
ich weiß nicht, ob das für Nagi auch zutrifft, aber für mich kann ich wenigstens sprechen, und nach 7 Jahren arabsiche Welt darf ich mir solche Aussagen auch erlauben:
gut, ich habe zugegeben, daß die Behandlung der Kopten in deutschland so genannt werden müßte, wie ihr das tut - reicht Euch das nicht?
Nagi weiß, was in seinem Land los ist, ich kann mir ein sehr gutes Bild machen, viele andere sehen auch, was läuft, die Probleme sind meistenteils nicht neu, sondern im gegenteil gut bekannt.
Wenn dann ständig darauf herumgeritten wird, das ist für einen Orientalen beleidigend.
Das ist, wie wenn ich eingeladen bin bei jemandem, wir begrüßen uns, jeder macht kleine Geschenke, ich ziehe sogar die schuhe aus beim Eintreten, weil ich höflich sein will und das mal gelesen habe in einem Reiseführer. Aber irgendwo im Haus meines Freundes, vielleicht sogar mitten im Zimmer ist ein stinkender Haufen Sch...e (entschuldigt das Wort bitte), dann ist es beleidigend dem Gastgeber gegenüber, ihm ins Gesicht zu sagen: " In deinem Haus stinkt es! Mach sauber, los!"
Man muß das etwas umschreiben, wenn man es unbedingt loswerden muß, daß es stinkt.
Oder gehört es zu den Pflichten eines Gastes, den Gastgeber zu beleidigen?
Was sagst Du, Nagi?
Besser wäre es in meinen Augen, die verbindenden Elemente etwas mehr zu bemühen und zu sehen, wie wir auf einer gemeinsamen Basis für die Zukunft die Situation verbessern können.
Wir deutschen im speziellen, aber generell unsere nordische Kultur ist dagegen geradeheraus, direkt, man spricht an, was man falsch findet, damit der andere, der seine Fehler ja offensichtlich nicht selbst sieht, es schnell begreift und die Fehler beseitigen kann.
Aber bitte denkt immer daran, in welchem Kulturraum ihr Euch bewegt, darauf müssen auch die Art und Weise, wie man solche "Verbesserungsvorschläge" vorbringt, abgestimmt sein.
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Hallo an alle..
Hetzparolen? Wo denn? Bin ich blind? Ich finde keine. Komisch. Aber nun gut: Ich blende diesen Vorwurf mal aus und stelle hier weitere Missstände zur Diskussion bereit.
" Genau deswegen sollten wir nicht so großartig darauf herumreiten, wie sehr die Kopten leiden, zu schnell entsteht so in den Köpfen ein einseitiges Bild, das nicht der Realität entspricht. "
Ich hoffe, dass sämtliche User dieses Forums durchaus in der Lage sind, zu extrahieren und nicht sämtlich Verfasstes zu verallgemeinern. Ein einseitiges Bild entsteht doch nur in den Köpfen, die nicht weiterdenken. Meine Ausführungen sollen lediglich als Anstoß zum weiteren Nachdenken dienen. Wir müssten doch wohl alle erwachsen genug sein, um zu wissen, dass eine Medaillie immer zwei Seiten hat.
Ein Ausspruch Mohammeds:
„Wer die Religion wechselt, den tötet.“ Ich lasse diesen Satz mal unkommentiert stehen.
Warum ich diesen Ausspruch als Einleitung wähle? Weil sich so gut wie alle Internetseiten zum Thema Christenverfolgung (nicht nur in Ägypten) und Islamisierung eben auch mit diesem beschäftigen.
Ich kann hier nicht alle Artikel, alle Veröffentlichungen und Thesenpapiere zum Thema vorstellen, doch möchte ich an dieser Stelle auf die wohl umfangreichste Internetseite zur Christenverfolgung hinweisen:
Dort finden sich Links zu Zeitungsartikeln aus allen möglichen Ländern dieser Welt. Links zu christlichen Vereinen und Organisationen und Links zu allgemeinen Berichten zur Entwicklung in Ägypten.
Jedoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, um zumindest einige Aussprüche und Zitate der verschiedensten Artikel vorzustellen.
"Erteilung voller Bürgerrechte, besserer Schutz durch die Sicherheitskräfte, Festlegung einer 13-Prozent-Quote von Abgeordnetenmandaten im Kairoer Parlament, konsequente Durchsetzung des Leistungsprinzips bei Berufseinstellungen und Beförderungen, Veröffentlichung genauer Daten über die Kopten und gesetzliche Gleichstellung des Baus von Kirchen mit der Errichtung von Moscheen."
"Daher gilt: Rechte im vollen Umfang genießt im islamischen Gebiet nur der Muslim, denn er ist staatsloyaler Bürger. Nichtmuslime genießen verminderte Rechte, haben aber Existenzberechtigung. Vollkommen verwirkt hat seine Rechte der vom Islam abgefallene Muslim, denn er ist ein Staats- und Landesverräter. Ihm droht bei einer ordentlichen Gerichtsverhandlung oder durch Selbstjustiz seiner muslimischen Nachbarn die Todesstrafe. Dieses Recht, die Todesstrafe für Abtrünnige vor allen Menschenrechten an die erste Stelle zu setzen, unterstreicht auch der "Entwurf einer islamischen Erklärung der Menschenrechte" der Islamischen Konferenz in Dschidda, Saudi-Arabien, von 1979: Einen Abtrünnigen grundsätzlich nicht mit dem Tod zu bestrafen, verstieße ja gegen das islamische Gesetz (sharî'a) und kann daher niemals garantiert werden, auch nicht im Rahmen einer Menschenrechtserklärung."
"Die Stellung der Christen in der islamischen Welt - eine geduldete Minderheit unter der Bedingung der Einhaltung gewisser Grenzen, aber immer Bürger zweiter Klasse - ist unter Ausleuchtung aller damit verbundenen Benachteiligungen noch viel zu wenig in der westlichen Welt bekannt."
Ich denke, dies sollte genügen. Ich will mich nicht zur Verfechterin der Rechte und Gleichstellung der Christen in Ägypten aufschwingen, aber vor Wahrheiten sollte man einfach nicht die Augen verschließen. Auch ich, überzeugte Heidin, möchte mich diesen Benachteiligungen nicht unwissend und ungebildet entgegenstellen. Informationsgabe hilft vielleicht, einige ägyptische Eigenarten (auch die, der ägyptischen Christen) besser zu verstehen. Denn die bereits oben erwähnte Abschottung ist eine traurige Tatsache. Ich freue mich auf weitere Diskussionen.
Vielleicht fühlt sich mein Ankläger weiter oben ja bemüßigt, die andere Seite der Medaillie zu belegen? Als Ägypter müsstest du doch auch einiges an Informationsmaterial beizutragen haben.
und @ Andy: "Also schweigend hinnehmen? Vertuschen? Ist das nicht ein bisschen ignorant?" Ja, ist es.
Also, ich verstehe das wirklich nicht, die Kopten hier werden es auch nicht verstehen. Wir leben hier.
Mein erster Nachbar ist ein Kopte, mit dem bin ich gut befreundet, wie es sich in Ägypten unter Nachbaren so ist... Erst gestern hat er mir eingelegte Fische zum Fest geschenkt. Soll er euch anrufen vielleicht
Tagtäglich kaufe ich meine Zigaretten beim Kopte, wir lachen und unterhalten uns jeden Tag. Was gibts denn.
Der ägyptischer Finanzminister ist ein Kopte. Er wird das von euch niemals akzeptieren, ganz sicher, der ist der Sohn von Butros Ghali.
Der ägyptischer Umweltminister ist ein Kopte, sehr guter Freund vom Papst Schonoda.
Der größte Mobilfunkanbieter "Mobinil", mit 20 Millionen Kunden in Ägypten ist ein Kopte. Mehrmals im Fernsehen warnte er vor Idioten in aller Welt, hat sogar in Deutschland studiert.
Die eine kommt her mit Internetseiten in der Hand, super. Ich lebe hier, unter und mit den Kopten. Reicht dir das oder soll ich mit Internetseiten kommen, von denen ich nicht mal weiß, wer dahinter steckt. Quatsch
Wir lieben Schonoda, der Papst von Alexandria mehr als der Schaich von Al-Azhar selbst. Er genießt in Ägypten zu viel Respekt und Liebe mehr als alle anderen islamischen Würdenträger.
Ok, ich gebe auf, ihr wißt alles besser. seid glücklich mit eurem Wissen. Macht weiter so
wow, was für n Menge Stoff, und alles in nur einer Nacht.
also ich stärke nach wie vor Nagi den Rücken, nicht aus Prinzip, weil ich immer die Partei der Schwächeren ergreife, das hat Nagi auch nicht nötig, sondern weil es meine Überzeugungen sind, die auf langen Jahren von erfahrung fußen.
nochmal kurzer comment zu den Argumenten von dahabni weiter oben:
die Aussprüche Mohammads sind nicht diskutabel. Auch in der Bibel finde ich Stellen, wo sich mir der Magen umdreht, mittlerweile sagt man, ja, die werden jetzt anders interpretiert, aber deswegen wird die Bibel auch nicht umgeschrieben. Was geschrieben steht, steht geschrieben - maktoub.
- 13% Quote für Kopten - wieso? ich komme bei einem schnellen Überschlag auf ca. 3% Kopten in der ägyptischen Bevölkerung, warum sollen sie unverhältnis mehr Sitze im Parlament bekommen?
- "konsequente Duchsetzung des Leistungsprinzips bei Berufseinstellungen und Beförderungen" - HALLO, WO LEBT IHR DENN?! Zeigt mir einen einzigen Betrieb oder eine Institution in Deutschland, die das konsequent umsetzt, dann gehe ich nach Kairo mit einem Schild und Stelle mich auf die Straße und fordere persönlich die einführung des Leistungsprinzips in Ägypten! Entschuldigung, aber wer sowas schreibt, dem geht doch jeder Realitätssinn ab! IN ÄGYPTEN!!! Das Leistungsprinzip!!! Ich lach mich kaputt.
Denkt hier jemand, die Moslems werden nach dem Leistungsprinzip eingestellt und befördert?! Es herrschen Korruption und Bestechung von der übelsten Sorte! Es geht darum, wer wen kennt, und in wessen Clan man ist, wessen Stief-Schwieger-Nichte den Urgroß-Cousin der 2. Nebenfrau heiratet! So siehst doch aus, oder nicht?
- Bau von Kirchen: Ich sags gerne nochmal. Was in den letzten 2 Jahren an Kirchen und koptischen neuen (und vom Staat unterstützten) Wohnvierteln gebaut wurde, das solltet ihr Euch mal ansehen. Die sehen nicht aus, als müßten sie sich verstecken!
Eine schöne Anekdote: Ich sehe wieder einmal eine prächtige neue koptische Kirche, noch im Bau, das fasziniert mich, Stahlbeton usw, bin eben Dipl.-Ing. mit einem faible für sowas. Also ich halte an und quatsche ein bißchen mit den Bauleuten, die zeigen mir die Kirche und alles, sind stolz auf ihre Leistungen, ich lobe sie natürlich, weil es auch prächtige Burschen sind. Zum Schluß kommt es raus, daß die Hälfte der Arbeiter Moslems sind, die an der Kirche mitbauen! Das hätte ich bei aller Toleranz nicht erwartet! Und die waren genauso stolz, an der Kirche mitzubauen, wie ihre christlichen Kollegen.
Wenn Eure Behauptungen oder die Quellen also systemisch für das ganze Land und das Grundverhältnis zwischen Kopten und Moslems stehen würden, wie erklärt sich sowas dann?
Rückschluß: Wenn jede Menge Kirchen gebaut werden, große Kirchen, prachtvolle Gebäude, nicht klein und versteckt - das sagt ja wohl auch schon viel - und Wohnviertel, und die Moslems bauen den Christen sogar noch die Kirchen mit, wenn sowas möglich ist, wie soll ich solche Sätze stehenlassen, daß die Kopten alle unterdrückt werden und zwangsislamisiert oder so einen Quatsch???
wie Nagi schon sagt, wir sollten dieses Thema lassen, es ruft zuviel Emotion hervor, man steigert sich hinein, und das tut keiner Diskussion gut. Und wenn Leute das lesen, die sich eben keine objektive Meinung machen können (oder wollen), und nur Beiträge sehen, wie die Moslems die Kopten unterdrücken, dann entsteht ein falsches Bild.
Denn diese Diskussion hier ist öffentlich einsehbar, auch unsere Freunde vom BKA & Co. (grüß dich Axel, wenn Du das liest, bitte meine Akte wiedermal löschen), die Sicherheitsdienste sind alle sehr sensibilisiert für die "islamische Gefahr" und solchen Unsinn - was meint ihr, wohin diese einseitige "Berichterstattung" letztendlich führt?
und zu Dir Andy, auch noch kurz einen Satz:
"Ich persönlich masse es mir nicht an, da irgendwie einzugreifen, Vorschläge zu bringen, was sich ändern müsste o.ä. Auch wenn mich das Thema bedrückt, sehe ich es weder in meinen Möglichkeiten noch als meine Aufgabe, die Lösung des Problems irgendwie voranzutreiben. "
na toll
ok, ich zeige zwar anderen deren Mißstände, aber an der Verbesserung beteiligen möchte ich mich nicht - oder wie?
Dann bitte ich Dich, den anderen auch nicht ihre Fehler vorzuführen, wenn es garnicht deine Probleme sind.
ICH arbeite wenigstens für die Völker- und Religionsverständigung, und das ist kein Spaß, das ist ein Kampf, in dem man jeden Tag verzweifeln möchte an Leuten wie Andy, die zwar Sprüche machen aber nichts tun wollen.
Ich fordere alle auf, die bisher negativ über die Zustände in Ägypten berichtet haben und sich sehr viele Mühe gemacht haben, diese Quellen zusammenzusuchen, jetzt mal einen Beitrag über positive Beispiele zu recherchieren, zum Ausgleich, mit genausoviel Mühe!
Mir scheint es nämlich, daß sich die Menschen mehr Mühe geben, schlechte Beispiele zu finden. Oder daß die wenigen schlechten Beispiele wesentlich mehr von den Medien ausgekaut werden, als die unzähligen positiven Beispiele, wie ein friedliches Zusammenleben in Ägypten funktionieren kann und tatsächlich auch funktioniert.
Als ich heut morgen im Autoradio dieses Lied gehört habe, mußte ich schlagartig an dieses Thema denken. Ich glaube, da steckt viel Wahrheit drin und viel Stoff zum Nachdenken.
Ein paar Dinge möchte ich noch anmerken:
Es ist richtig, dass manche Ämter auch von Kopten ausgeübt werden. Aber ist es die Masse, oder eher die Minderheit?
Welcher Religion gehört denn in Ägypten die Masse an?
Es dürfte ebenso unwiderlegbar sein, dass gerade in Ägypten die Masse auf die Minderheit herabschaut! Warum?
Ist nicht der Islam einst aus dem Christentum hervorgegangen? Ist nicht das Christentum ebenso die Mutter des Islam? Würdet ihr eure Mutter verfolgen, unterdrücken, auf sie herabsehen? Ebenso andersherum - würde eine Mutter ihr Kind bekämpfen? Wer ist besser - wer ist schlechter? Auch ich habe schon Diskussionen ohne Ende über dieses Thema in Ägypten geführt.
Allein mit den Seiten der Gesellschaft für Menschenrechte über Streitigkeiten zwischen Religionen, welche nun die einzig ware ist, könnte man Bücher ohne Ende füllen.
Und gerade die Nachrichten die der Ägyptischen Bevölkerung vermittelt werden, sind manchmal ganz andere, als sie zum gleichen Zeitpunkt der Rest der Welt erfährt. Das man sowas vielleicht als Betroffener nicht wahrhaben will kann ich mir vorstellen. In der einen Hälfte Deutschlands war es früher auch nicht anders. Hat man Ostnachrichten geschaut, wurde einem eine Wahrheit vermittelt, die der "Klassenfeind" 5 Minuten später anders darstellte (ich hatte das Glück an der Grenze zu wohnen und heimlich West-TV zu schauen ).
Ein kleines Beispiel noch hierzu: Vor ein paar Jahren saß ich im Taxi auf dem Weg von Hurghada nach Safaga. Ein Ägyper erzählte mir voller stolz, dass sie Israel im 6-Tage-Krieg platt gemacht hätten! Soweit die Wahrheit der ägyptischen Bevölkerung. Klar weiß der Rest der Welt, dass es komplett anders war. Und gerade gestern hat mir ein guter Bekannter erzählt, dass sein Kollege gerade zu dieser Zeit in Kairo weilte und somit Augenzeuge der Kathastrophe war. Ägypten hatte keine Chance gegen Israel, das hatte nicht mal 6 Tage gedauert. Besonders erschreckend fand er, als der Bombenhagel auf Kairo niederging, dass die Menschen mit erhobenen Armen auf die Straße gerannt sind und sich gefreut haben, dass da was vom Himmel fällt, bis sie dann mitbekamen, dass es überall knallt und raucht und Zerstörung um sich schlägt.
Sowas ist erschreckend.
Und noch was bevor hier wieder gemutmaßt wird: auch ich gehöre keiner Religion an und das soll auch so bleiben, für mich gibt es keine bessere oder schlechtere Religion, in meinen Augen wird Religion zu oft mißbraucht!
Aber zurück zum Thema: zurück zu Herbert - Ich weiß, ist viel geworden, sollte es gar nicht werden.
ich komme doch auch aus'm Osten...kann mich aber garnicht erinnern, auchnur ein einziges Mal "Aktuelle Kamera" gesehen zu haben und unser Radio war kaputt und hing bei Bayern3 fest und die Rundfunkmechaniker hatten LEIDER keinen Termin frei - soviel dazu.
Fakt in Ägypten ist nunmal: 96% sunnitische Muslime, 3% Kopten, und bedeutungslose Splitter anderer Glaubensgemeinschaften. Punkt. Also bestimmt die Masse der Ägypter in dieser Frage - das klingt schon fast wie Demokratie
Der Islam ist NICHT aus dem Christentum hervorgegangen, sondern stellt wie das Juden- und Christentum eine eigenständige geoffenbarte Religion dar, d.h. ist ihnen gleichgestellt - keine Mutter/Tochter-Beziehung o.ä., nur ist er ein paar Jahre jünger.
Und überhaupt geht es nicht um Religion, wenn ein Kopte in einer Messerstecherei umkommt, sondern um Traditionen, althergebrachtes (falsch verstandenes) Ehrgefühl, Clanzugehörigkeiten usw. Genau wie Beschneidung gehen diese Verhaltensweisen auf deutlich vorislamische Zeit zurück. Natürlich ist es immer schön einfach zuzuordnen - Schublade AUF - wenn ein Moslem einen Kopten angreift, klar, muß an der Releigion liegen - Schublade ZU.
Die Kopten sind aber um nix besser: Auch bei ihnen ist es aus tradierten Vorstellungen verboten, daß ein Kopte/eine Koptin eine Muslima/einen Muslim heiratet oder beziehungsähnlichen Umgang miteinander führt.
Da erfahren dann die jeweiligen moslemischen Brautwerber eine scharfe Zurückweisung - das Problem ist beiderseitig, weil sich zwei alttestamentalisch denkende Menschen gegenüberstehen.
Mit der Nachrichtensituation stimme ich Dir zu, da werden teilweise reine Lügenmärchen verbreitet - aber denke bitte nicht, daß sich die Ägypter nicht auch ihre eigene Meinung zu vielem machen könnten und das auch tun. Man spricht bloß nicht öffentlich darüber.
Ein BEispiel aus Syrien, um nicht so direkt jemanden anzugreifen
Jeder (und das heißt JEDER) aboniert die "teshreen", das tagesblatt und gleichzeitig Parteiorgan von al-baath al-arabi in syrien, alle lesen früh im Bus zur Arbeit (hab ich auch) oder in den Pausen die Zeitung - fast wie in der DDR das "Neue Deutschland" - aber ehrlich glauben tun sie den Scheiß, der da drin steht, schon lange nicht mehr! Aber es sieht gut aus, zeigt nach außen Systemkonformität, und die Geheimdienstspitzel im Bus können sehen: ah, hier haben wir einen guten Staatsbürger, den lassen wir heute mal in Ruhe. Das ist der ganze Zweck der Übung.
Der Islam ist NICHT aus dem Christentum hervorgegangen, sondern stellt wie das Juden- und Christentum eine eigenständige geoffenbarte Religion dar, d.h. ist ihnen gleichgestellt - keine Mutter/Tochter-Beziehung o.ä., nur ist er ein paar Jahre jünger.
... nach islamischer Überlieferung erschien Mohammed im Alter von etwa 40 Jahren erstmals der Erzengel Gabriel, der ihm dann im Laufe seines Lebens die Verse des Korans zitierte - welche Religion, bzw. welchen Glauben hat Mohammed denn vorher gelebt, er wird ja nicht religionslos gewesen sein?
Eigentlich ist auch vollkommen Rille was oder wer da vorher war, fakt ist eines, es gibt viele Verbindungen zwischen dem Judentum-Christentum-Islam. Ich frag mich, was die Grütze immer soll, dass jeder für sich in Anspruch nimmt, die einzig wahre Religion auszuüben. Warum können Menschen auf der ganzen Welt nicht einfach friedlich nebeneinander leben, soll doch jeder an das glauben was er will und wenn sie dann die Götter des alten Ägypten wieder ausgraben, ist doch auch egal - vielleicht sind das ja die wirklich einzig wahren Götter , wer weiß das schon? Dazu kann ich immer nur wieder "Die Ringparabel von Nathan der Weise" als Lektüre empfehlen.
Für meine Begriffe wäre es verdammt wichtig, erst mal die Religion komplett von der Politik zu trennen!!! Das würde ein Zusammenleben zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen eventuell enorm erleichtern.
LG sheyla
P.S. Bayern 3? Dann hast du garantiert irgendwo in Thüringen in Grenznähe gewohnt. Die hatten damals für unsere Begriffe ne richtig coole Mucke! Ge? _________________ Wer Rechtschreibfehler findet darf diese behalten!
Jeder Stamm hatte in Saudiarabien in vorislamischer ZEit seine jeweils eigenen lokalen Stammesgötter, auch die Familie von Mohammad, deren Stammesheiligtum war die Kaaba. Bis Mohammad mit der Vielgötterei aufräumte, was nicht bei allen (am anfang bei den wenigsten) auf Zustimmung stieß - was glaubst Du, warum mußte er und seine paar Anhänger aus Mekka fliehen?
und: ja eben, es ist völlig Rille mit Religion, es wird immer Menschen geben, die ihre Mitmenschen drangsalieren, es wird immer Frauen geben, die von Männern vergewaltigt werden - weil wir alle Menschen sind, nicht besser und nicht schlechter. Wozu wir edlen und guten Deutschen fähig sind, zeigt der zurückliegende Weltkrieg, aber auch die Folter in DDR-Gefängnissen, oder die Ausrutscher von Mitgliedern von Spezialeinheiten in Afghanistan oder Irak - menschlich.
PS: Vogtland
@Andy
wie Du sehr richtig erkannt hast, leugne ich keine Fakten. Aber wie Du sehr schön sagst: "bloß nicht ZUVIEL über Negatives berichten", über Negatives berichten dagegen schon
weißt Du, das Ansehen von Ägypten - oder Deutschland - ist mir schnuppe. Ich habe nur in dem Land soviel erlebt, daß mir die Menschen wichtig sind, und es gibt mehr gute als schlechte. wenn also jemand hier Berge von Müll und Unrat über die Ägypter ausgießt (als täten sie das nicht selbst zur Genüge), der soll mir der Gerechtigkeit halber auch mal ein paar gute Beispiele suchen, sonst drängt sich mir der Verdacht auf (und solche Menschen gibts ja), daß er eben nur das beschissene an Ägypten zeigen will, was zu einer Verzerrung in der Wahrnehmung führt.
Zieht ihr in anderen Foren auch so über die himmelschreienden Menschenrechtsverletzungen der Israelis im Libanon, im Gaza und Westjordanland herum? Kriegsverbrechen der Amis im Irak?
Niemand wird heute oder morgen Kairo bombardieren wegen den paar blöden Äußerungen von uns hier in diesem Forum, aber woher kommen denn all die kruden Informationen, die zB zur Okkupation des Irak geführt haben? Von Leuten, die dachten, sie müssen mal eben massiv die Mißstände im Irak bloßlegen. Und alles besser machen wir sowieso, weil wir nämlich die weisheit nicht nur mit Löffeln, sondern mit Schaufeln gefressen haben, wir Europäer, deshalb steht UNS ja mal die öffentliche Kritik an allem und jedem von geburt zu.
Nein, nein, Leute.
Wir bewegen uns auf ganz dünnem Eis mit solchen Diskussionen, und ausbaden mußt Du es nicht Andy, auch ich nicht, denn ich hab einen deutschen Paß und kann abhauen, wenn mir die Luft zu sehr brennt irgendwo.
Ich war in Syrien, als sie die Botschaften angezündet haben dort! 200m von meinem Spracheninstitut, jeden Tag bin ich dort 2mal dran vorbeigelaufen.
ich hab mich mal (ok, mehr als einmal) in ein militärisches Sperrgebiet "verlaufen" und man hat scharf auf mich geschossen. Mich als ausländischen Spion festgenommen und wollte mich schon ohne Gericht und alles einfach einbunkern. Ich hab zufällig und aus Versehen die (nicht-existente) Grenze zum Libanon auf einer Schmuggler-Route überschritten, an der selben Stelle wurde ein paar Tage später ein libanesischer Vermesser von einer syrischen Grenzpatrouille erschossen.
es geht so schnell, daß solche Sätze in katastrophale Zustände führen...
Man stelle sich vor, es etablierte sich in Ägypten ein "Deutschland-Urlauber.de-Forum", indem überwiegend Ägypter schreiben. Wir stellen uns vor, sie schreiben Folgendes: Gehst du durch Deutschlands Städte, siehst du nur auf die Straße rotzende Jugendliche. Du mußt schnell zur Seite springen, um nicht getroffen zu werden. Würde nicht die städtische Müllabfuhr die Straßen säubern, kämen die Deutschen in ihrem Dreck um. Alles werfen sie auf die Straße. Verpackungsmüll von Fastfood, Coladosen, Kaugummis, Zigaretten.......Die Deutschen sind nicht einmal in der Lage, die Einkaufswagen in den Supermärkten richtig zusammenzuschieben. Und dann die Nazis! Sie werden immer mehr und die Deutschen erstarren in Untätigkeit.
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So oder ähnlich könnte es geschrieben stehen. Natürlich stimmt es ein Stück weit, was da oben steht, aber es ist eben auch nur die halbe Wahrheit. Wären wir als Deutsche in diesem Forum zugegen, wie würden wir reagieren? Würden wir schreien: Bitte mehr davon oder würden wir sagen: Was geht das euch an? Man muß kein Nationalist sein, um sich auf die Füße getreten zu fühlen.
Nun komme ich zum Fazit. Feststellungen treffen darf man, aber man darf den Takt nicht vergessen. Takt ist etwas, das von unseren Bildungsinstituten nicht mehr vermittelt wird.
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